Hinweis

Für dieses multimediale Reportage-Format nutzen wir neben Texten und Fotos auch Audios und Videos. Daher sollten die Lautsprecher des Systems eingeschaltet sein.

Mit dem Mausrad oder den Pfeiltasten auf der Tastatur wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Durch Wischen wird die jeweils nächste Kapitelseite aufgerufen.

Los geht's

Auf Krabbenjagd

Logo http://multimedia.weser-kurier.de/auf-krabbenjagd
Zum Anfang

Er ist 50 Jahre alt und Krabbenkutterkapitän in Dorum.

Er schnackt Platt, sagt moken statt machen, seine Wangen sind vom Salz des Meeres geglättet. Nur die Falten an den Augen sind tief, er lacht viel und wie eine Comicfigur mit Raucherhusten. Stephan mag Zigaretten, aber noch mehr mag er die Frauen in seinem Leben.

Die eine ist sein Kutter, die Nixe II. Die andere ist seine Frau Sonja. 

Ansonsten ist er ein pragmatischer Mann, nur manchmal ungeduldig. Nicht jeder Tag sei Sonntag, sagt er. Dann nämlich nicht, wenn die Krabben nicht so in seine Netze springen wie er will. 

Zum Anfang

Bis die Krabben aus Stephans Netzen auf dem Teller der Bremer landen, ist es ein weiter Weg - nicht nur für die Krabben.

Auch der Kutterkapitän legt am Tag einige Meilen dafür zurück.

Zum Anfang

Es ist drei Uhr am Morgen und Stephan könnte seinen Wecker killen. Symbolisch zieht er seine flache Hand vor dem Hals entlang. 

Doch er muss raus, muss von der ofenbeheizten Küche in die kalte Dunkelheit und in das leichte Schneetreiben hinaus. Es ist 0 Grad kalt, der Wind pfeift. Stärke 3.

Stephan packt nur noch die Wurst- und Käsebrote, Kaffee und Tee in den Flechtkorb ein, und hört die Wasserstandsmeldung über Funk: Cuxhaven. Hochwasser. 5:45 Uhr. 4 Dezimeter geringer als normal. Die Fahrt kann beginnen.


Zum Anfang
Video

Video ansehen

Landratten würden die Nixe als Schiff bezeichnen. Stephan weiß es besser: Die Nixe ist ein Kutter und sein zweites Zuhause, nicht nur, weil er manchmal mehr Zeit mit der Nixe verbringt als mit seiner Frau oder den Motor liebevoll  "Johann" nennt.

Sondern auch, weil Stephan dort in seiner Fahrerkabine Platz hat. Platz für ein wenig Aberglaube: Nie fährt er ohne seine blaue Schiffermütze.

Und immer hat er Platz für Sentimentales, wie für Fiete, die Möwe.

Zum Anfang
Video

Video ansehen

Stephan Hellberg weiß, was er tut.

Er kennt die unterschiedlichsten Fischarten, kennt seinen Kutter so gut, dass er nicht untergeht und weiß, wie Böden, Mond und Wetter sich auf die Krabben auswirken - und wie die am besten bei ihm in die Netze hüpfen.

Zum Anfang
Video

Video ansehen

Sie wird auch Crangon crangon genannt und für Stephan ist sie etwas ganz Besonderes.

Denn die Tiere kann er als Delikatesse teuer verkaufen. Aber warum eigentlich?

Zum Anfang
Video

Video ansehen

Stephan Hellberg ist kein typischer Seemann. Er ist nicht monatelang auf hoher See, sondern kehrt nach einem 14-Stunden-Tag nach Hause zurück, wenn er sieben bis acht Mal die Netze eingeholt, Krabben sortiert, gekocht und gelagert hat - an fünf Tagen in der Woche.



Zum Anfang

Er war oft nicht da, wenn seine zwei Kinder aufgestanden oder von der Schule nach Hause gekommen sind. Er war oft nicht da, um Windeln zu wechseln oder zuzusehen, wie sie laufen lernten. 

Nur im Winter, von Dezember bis März, wenn er nicht fischen fährt, kann er die Zeit zuhause intensiv nutzen - jetzt vor allem mit seinen zwei Enkeln. 

Trotzdem, er würde alles genauso wieder machen. Jung heiraten, jung Kinder bekommen, jung Großvater werden - naja, fast alles. 

Er hätte nicht so viele Lütten getrunken. Und er hätte auch nicht mit dem Rauchen angefangen.




Zum Anfang
Nach oben scrollen
Nach links scrollen
Nach rechts scrollen
Nach unten scrollen
Zum Anfang
Nach oben scrollen
Nach links scrollen
Nach rechts scrollen
Nach unten scrollen
Zum Anfang
Video

Video ansehen

Früher ist er mit Gummistiefeln und Proviantkorb über den Deich zum Kutter gegangen, sagt Stephan.

Heute geht er mit Aktenkoffer und Laptop - die Krabbenfischerei hat sich in den letzten 30 Jahren stark gewandelt.

Mehr Bürokratie, mehr Konkurrenz, aber weniger Gemeinschaft. Und die Fischereiflotte veraltet. Kaum ein junger Fischer kann sich einen Kutter leisten, der mehr als eine Million Euro kostet.





Zum Anfang
Video

Video ansehen

Die Fischerei steckt in Stephans Genen. Schon sein Großvater handelte mit Fisch, fuhr mit seinem Fahrrad durch die Dörfer, um ihn zu verkaufen.

Sein Vater war Decksmann auf einem Kutter. Wenn Stephan in Rente geht, wird dieser Beruf in seiner Familie wahrscheinlich aussterben. 

Trotzdem: Er würde immer wieder Krabbenfischer werden. Auch wenn er der letzte seiner Familie ist. Das sei einfach so drin in ihm - obwohl er als Seemann nicht einmal schwimmen kann.

Trotzdem, oder gerade deswegen, wird er die Liebe zum Wasser, den Respekt davor, immer behalten.











Zum Anfang



Redaktion

Katharina Elsner

Fotos und Videos
Till Rahm
Michael Galian
Katharina Elsner


Dank an 
Stephan Hellberg
Sonja Hellberg
und Kevin Voß


Weitere Multimedia-Reportagen
http://multimedia.weser-kurier.de/



Zum Anfang
Scrollen, um weiterzulesen
Wischen, um Text einzublenden
Schließen

Übersicht

Nach links scrollen
Kapitel 1 Das Meer

Still1115 00000
Kapitel 2 Das ist Stephan

Krabben00015
Kapitel 3 Wie kommen die Krabben zu Stephan?

 dsc0136 2
Kapitel 4 Die Nacht

 dsc0075
Kapitel 5 Das Boot

Still1208 00003
Kapitel 6 Der Fang

Still1115 00000
Kapitel 7 Die Crangon crangon

Crangon crangon %28dorsal%29
Kapitel 8 Die Zeit

Still1208 00000
Kapitel 9 Die Familie

Krabben00010
Kapitel 10 Ein Leben mit Widrigkeiten

 dsc0143 vorne
Kapitel 11 Der Kevin

Krabben00014
Kapitel 12 Die Konkurrenz

 dsc0192
Kapitel 13 Immer wieder

Still1209 00000
Kapitel 14 Credits

Still1208 00007
Nach rechts scrollen