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AutoDigital-Konferenz 2016

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Einleitung

Die Automobilindustrie befindet sich im Wandel. Die wichtigsten Stichworte dazu lauten: Digitalisierung, Vernetzung und Einsparung fossiler Energieträger. Konkret geht es um Elektromobilität, um Hybridantrieb, um „mitdenkende" Systeme und natürlich auch um die ganz große Vision, das selbstfahrende Fahrzeug.

Auf der vom WESER-KURIER initiierten Konferenz AutoDigital diskutierten Experten aus Wissenschaft, Industrie und Politik über genau diese Themen – und es ging dabei natürlich auch um den Autostandort Bremen.

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Im Rahmen der AutoDigital-Konferenz in der Bremer Jacobs University drehte sich einen Tag lang alles um Digitalisierung,
Vernetzung und neue Wertschöpfung des Automobils. In Vorträgen, Diskussionsrunden und im informellen Austausch beschäftigten sich mehr als 250 hochkarätige Teilnehmer mit der Zukunft der Mobilität.
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Dr. Dieter Zetsche, Chef von Daimler, und Moritz Döbler, Chefredakteur des WESER-KURIER, neben dem neuen EQ. Das Elektroauto wird demnächst in Bremen produziert.
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„Die Automobilbranche als Schlüsselindustrie Deutschlands befindet sich in einem radikalen Umbruch. Neben den wachsenden Klimaschutzauf­lagen verändert die Digitalisierung Produkte und Dienstleistungen grund­legend. Es liegt nahe, sich an einem bedeutenden Automobilstandort wie Bremen – hier steht das weltweit größte Mercedes­-Werk – mit diesem Wandel eingehend zu beschäftigen. 

Der WESER­-KURIER als das Leitmedium im Nordwesten hat daher die Konferenz AutoDigital ins Leben gerufen, um dem Diskurs von Entschei­dungsträgern über dieses Thema Raum zu geben. Denn unser Auftrag ist, relevante Themen und Menschen zusammenzubringen. 

Bei der Premiere hat Dr. Dieter Zetsche die Konferenz genutzt, um die Entscheidung für Bremen als Produktionsstandort des Mercedes-Elektrofahrzeugs EQ bekanntzugeben. Zugleich hat er die neue Strategie des Daimler-Konzerns erläutert, die ja ganz wesentlich mit dem Konferenzthema zu tun hat.

Starke Impulse gesetzt haben unter anderem auch Andi Stark von Microsoft in Seattle/USA, Cornel Amariei von Continental in Sibiu/Rumänien, mehrere Top-Professoren, darunter unsere Gastgeberin Katja Windt von der Jacobs University, „Auto-Papst“ Stefan Bratzel von der Fachhochschule der Wirtschaft und Karsten Lemmer von der Deutschen Akademie der Technikwissenschaften sowie Enak Ferlemann, Staatssekretär im Bundesverkehrsministerium. Besonders gefreut habe ich mich auch, dass Bürgermeister Dr. Carsten Sieling die Konferenz eröffnet hat.

Impressionen von der WESER-KURIER-Konferenz AutoDigital finden Sie in dieser Multimedia-Reportage. Das Echo war herausragend, und so freuen wir uns auf die nächste AutoDigital im Herbst 2017."





Dr. Dieter Zetsche, Chef von Daimler, und Moritz Döbler, Chefredakteur des WESER-KURIER, neben dem neuen EQ. Das Elektroauto wird demnächst in Bremen produziert.
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Produktionsstandort Bremen

Daimler, Borgward und der Technologiepark – Bremen könnte zu einem der wichtigsten Standorte für die Weiterentwicklung der Elektromobilität werden. Im Fokus der Konferenz stand daher die Ankündigung Daimlers, die ersten Serienfahrzeuge des neuen Elektroautos Mercedes EQ im Sebaldsbrücker Werk zu produzieren.

Auch Vertreter des Bremer Fraunhofer-Instituts für Fertigungstechnik und Materialforschung und des Forschungszentrums für künstliche Intelligenz machten deutlich, wie groß das Entwicklungspotenzial in Bremen ist. Die gastgebende Jacobs University ist Teil dieser Entwicklung und zieht jungen, hochqualifizierten Nachwuchs in die Stadt.
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Die ersten Serienfahrzeuge der neuen Elektroauto-Familie EQ sollen in Bremen vom Band laufen. Dies war die große Nachricht des Tages! Vorstandschef Zetsche bestätigte, dass die ersten Elektroautos der neuen Serie auf Basis des Modells GLC entstehen, dessen Fertigung vom Bremer Werk für den weltweiten Produktionsverbund gesteuert wird. Die neuen Elektroautos sollen zwar auch an anderen Standorten produziert werden, dass in Bremen die erste Serie vom Band läuft, ermöglicht dem Werk in Sebaldbsrück jedoch erhebliche Wettbewerbsvorteile, so Zetsche. Hören Sie Ausschnitte seiner Rede im folgenden Video.
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Auch Bürgermeister Sieling betont die Bedeutung Bremens für die Zukunft der Elektromobilität. Er verwies im Zusammenhang mit dem Produktionsstart der neuen Elektroauto-Serie von Daimer auf die „Chancen für Arbeitsplätze und Wachstum in Bremen und für den ganzen Nordwesten“. Doch nicht nur als Produktionsstandort, sondern auch für die E-Mobility-Forschung spiele Bremen eine wichtige Rolle, betonte Sieling. Erfahren Sie mehr über die Potenziale der Bremer Unternehmen und Forschungsinstitute im folgenden Interview.
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Wertschöpfung im Auto der Zukunft

Die Zukunft des Autos dreht sich um Elektromotoren und automatisiertes Fahren. Da passt es gut, dass die meisten Patente für selbstfahrende Autos in Deutschland angemeldet wurden. Allerdings ist die Anzahl der Neuzulassungen von Elektrofahrzeugen laut dem Kraftfahrt-Bundesamt im Jahr 2016 erstmals gesunken. Die Frage ist also: Wie geht die deutsche Automobilbranche mit den aktuellen Chancen und Herausforderungen um? Darüber diskutierten Experten aus Wirtschaft, Politik und Wissenschaft unter der Überschrift „Wertschöpfung im Auto der Zukunft".

Auf den folgenden Seiten erfahren Sie mehr über die verschiedenen Standpunkte der Diskussionsteilnehmer.
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Deutsche Unternehmen seien zwar auf den Wandel der Automobilbranche gut vorbereitet, müssten sich jedoch neuen Entwicklungen noch mehr öffnen, forderte Dr. Kay Lindemann, Geschäftsführer des Verbands der Automobilindustrie. Er plädierte dafür, kreative Bereiche in Unternehmen auszubauen, um Innovationen voranzutreiben.

Lindemann nahm aber auch die Bundesregierung in die Pflicht. Sie sei dafür verantwortlich, ethische und politische
Rahmenbedinungen für das Voranschreiten der Elektromobilität in Deutschland zu
schaffen.
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Laut Prof. Dr. Stefan Bratzel, Direktor des Center of Automotive Management an der Fachhochschule der Wirtschaft in Bergisch Gladbach, befindet sich die deutsche Automobilbranche im Wettstreit mit der „Big Data Welt" – also den großen Software-Unternehmen wie Google und Apple. Die deutsche Automobilbranche habe zwar eine hohe Innovationskraft, es werde sich jedoch erst in Zukunft zeigen, ob sie mit der rasanten Entwicklung Schritt halten könne. Im Gespräch mit dem WESER-KURIER erkläuterte Prof. Bratzel seine Sichtweise.
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Auch Enak Ferlemann, Staatssekretär für Verkehr und digitale Infrastruktur, betonte die Rolle der Bundesregierung. Der Staat müsse dafür sorgen, dass ethische und rechtliche Fragen der Elektromobilität geklärt werden. So sei beispielsweise noch völlig offen, was passiert, wenn ein autonomes Fahrzeug einen Unfall mit Personenschaden verursacht. In Bezug auf den Stadtort Bremens betont Ferlemann die guten Voraussetzung in Wirtschaft und Forschung, und zwar nicht nur als Produktions, sondern auch als Logistikstandort.

Erfahren Sie mehr im folgenden Interview mit Enak Ferlemann.
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Autonomes Fahren

Über die Möglichkeiten der Forschung diskutierten Matthias Busse vom Fraunhofer-Institut, Christof Büskens vom Zentrum für Technomathematik, Frank Kirchner vom Deutschen Forschungszentrum für Künstliche Intelligenz und Katja Windt von der Jacobs University.

Bremen besitzt im Verhältnis zu seinen Einwohnern die bundesweit höchste Dichte an Großforschungseinrichtungen. Umso wichtiger sei die Kooperation zwischen den Instituten. Nur in Zusammenarbeit könnten die technischen Voraussetzungen für selbstfahrende Elektroautos geschaffen werden. Im Gespräch ging es außerdem um ethische Fragen.
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In Zusammenarbeit mit der Industrie könnten Bremer Forschungsinstitute einen entscheidenden Beitrag zur E-Mobility-Forschung leisten, erklärte Frank Kirchner vom Deutschen Forschungszentrum für künstliche Intelligenz in Bremen. Er sprach aber auch ethische Fragen an: Wie soll ein autonomes Fahrzeug reagieren, wenn ein Zusammenstoß mit einem Menschen unausweichlich ist? „Wir sind als Menschen immer in der Pflicht, mögliche Risiken zu minimieren, aber es wird nie eine Welt ganz ohne Risiko geben", fasste er zusammen.
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Während Kirchner und Busse die Zusammenarbeit zwischen Wirtschaft und Wissenschaft betonten, plädierte Christof Büskens vom Zentrum für Technomathematik der Uni Bremen für eine engere Zusammenarbeit zwischen den Forschungsdisziplinen.

Natur- und Geisteswissenschaften müssten kooperieren, um die komplexen Prozesse selbstfahrender Autos weiterzuentwickeln und ethische Fragen zu klären.
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Auch die Präsidentin der Jacobs University sprach sich für eine stärkere Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachrichtung aus. Sie bezog sich auf die Kombination von Ingenieurswissenschaften und Informatik zur Weiterentwicklung von Elektroautos. Windt betonte, wie wichtig eine interdisziplinäre Ausbildung heutzutage sei. An der Schnittstelle zwischen Elektromobilität und Digitalisierung seien gut ausgebildete junge Leute die zukünftigen „Game Changer".

Im hier folgenden Interview mit dem WESER-KURIER machte sie außerdem deutlich, welche Chancen für den Nutzer mit der Digitalisierung des Autos einhergehen.
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Digitale Erlebniswelten

Vernetzte Mobilität beruht auf digitalen Verbindungen zwischen Menschen, Autos und elektronischen Geräten. Fahrzeuge, die mit dem Internet verbunden sind, ermöglichen es uns nicht nur, Unterhaltungsinhalte vom Smartphone oder Computer abzurufen. Auch das Arbeiten unterwegs wird deutlich erleichtert. Vernetzte Autos werden so zum mobilen Büro.

Vertreter von Microsoft und Ericsson berichteten aus der Hersteller-Perspektive von den Möglichkeiten der digitalen Vernetzung im Auto. Um Daten ortsunabhängig zu speichern und auszutauschen, spielen Cloud-Dienste eine entscheidende Rolle. Hier stellte sich vor allem die Frage nach dem Datenschutz.


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Die Technologie im Innenraum des Autos entwickelt sich rasant. Andi Stark sprach als technischer Vorstand von Microsoft über die Chancen der neuen Technik. „Zeit ist und wird immer kostbarer", sagte er. Mithilfe digitaler Vernetzung könne man im Auto theoretisch alles machen: arbeiten, Musik hören, sich organisieren oder entspannen. Zum Thema Datenschutz machte Stark ein klares Statement: „Die Daten gehören dem Nutzer." An der Frage, wie dies sichergestellt werden könne, arbeite Microsoft mit Hochdruck.
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Aus der Sicht des jungen digitalen Radiosenders detektor.fm berichtete dessen Geschäftsführer Christian Bollert von den Chancen vernetzter Mobilität für die Medienbranche. Der große Vorteil digitaler Medien sei die individuelle Anpassung von Inhalten. Anstatt dem vorgegebenen Programm traditioneller Radiosender zu folgen, könne sich jeder Nutzer online sein eigenes Programm zusammenstellen.

Auch bei großen deutschen Automobilherstellern müsse noch viel passieren, forderte Bollert im Gespräch mit dem WESER-KURIER. Der amerikanische Hersteller Ford sei viel fortschrittlicher. Hören Sie mehr dazu im folgenden Video.
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Cornel Amarirei, Alumni der Jacobs University, wird vom Forbes Magazine als einer der zehn einflussreichsten Europäer unter dreißig gehandelt.

Er sieht in dem Bestreben junger Leute, Zeit zu sparen, den Hauptgrund für den Siegezug der vernetzten Autos. Als Voraussetzung für die Weiterentwicklung digitaler Technik im Innenraum nannte Amarirei die Verbesserung der Cloud-Infrastruktur, um Daten im Internet zu speichern. Aber auch er betonte den Sicherheitsaspekt. Sowohl im Verkehr als auch im Hinblick auf persönliche Daten müsse die Sicherheit des Menschen immer vorgehen.
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Fazit

Elektromobilität, autonomes Fahren und digital vernetzte Autos sind auf dem Vormarsch – da waren sich die Teilnehmenden einig. Auch dass Bremen als Produktions- und Wissenschaftsstandort eine Schlüsselposition in der rasanten Entwicklung der Automobilbranche einnehmen kann, galt auf der Konferenz als sicher. Die AutoDigital 2016 hat jedoch auch viele Fragen aufgeworfen, die es zukünftig zu klären gilt.

Wir freuen uns, im nächsten Jahr in die zweite Runde zu gehen und die neusten Entwicklungen in Politik, Wirtschaft und Wissenschaft auf der AutoDigital 2017 zur Diskussion zu stellen.
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