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Brandt in Beirut

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22 Tage war Hans-Ulrich Brandt, Politikredakteur des WESER-KURIER, zu Gast in der libanesischen Hauptstadt.

Keinesfalls genug Zeit, um ein Land wie den Libanon verstehen zu können. Zeit genug aber für viele Einblicke, um das Land besser kennenzulernen.

Eine Multimedia-Reportage über das Leben in Beirut.

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In Beirut hat Hans-Ulrich Brandt (links) das Geschehen in der Stadt als Gast-Redakteur der Zeitung AS-SAFIR verfolgt.
Deren Redakteur Ibrahim Sharara hatte zuvor vier Wochen lang beim WESER-KURIER über seine Erlebnisse in Bremen berichtet.

Der Austausch erfolgte im Rahmen des Projekts Nahaufnahme des Goethe-Instituts.
Die Artikel der Redakteure wurden übersetzt und sind jeweils in beiden Tageszeitungen erschienen.



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Etwa zwei Millionen Menschen wohnen in Beirut. Im Herzen der Stadt liegt Hamra, für viele das beliebteste Viertel.

Dort drängeln sich die Autos durch die Hamra Street, den alten Boulevard. Eng ist es auf den Bürgersteigen. Immer wieder muss man den Menschen ausweichen, die aus Asien, Afrika, Europa, ja von überall herzukommen scheinen.


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Hans-Ulrich Brandt schildert seine ersten Eindrücke nach der nächtlichen Ankunft in Beirut.

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Es ist der besondere Geist des Viertels, der die Menschen nach Hamra zieht. Verschiedene Religionen und Weltbilder kommen hier zusammen - und existieren friedlich nebeneinander.









Mehr über das Treiben in Hamra lesen Sie hier.

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Nur einen Katzensprung von Hamra entfernt liegt das Mittelmeer. Zwischen all den Betonbauten Beiruts ist es allerdings nicht zu sehen. Seine Wellen haben keinen Platz, niemand schenkt seinem Rauschen Gehör, es prallt ab an den Fassaden der Hochhäuser. Niemand erfreut sich an seinen wechselnden Farben, seinem Glitzern.

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Es gibt es doch, das Meer in Beirut. Aber der Weg dorthin ist beschwerlich. Es ist versteckt hinter einem Meer aus Steinen, hinter einer Brandung aus Verkehrslärm, verborgen in einem Labyrinth aus Straßen.
Und an einigen Stellen versperrt auch ein Zaun den Weg.












Mehr über das Meer in Beirut lesen Sie hier.

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Einen öffentlichen Strand gibt es in Beirut dann aber doch. Alle anderen Strände sind in Privatbesitz oder gehören zu Nobelhotels.


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"Willst du an den Strand, musst du zahlen", sagt Rawand Issa.
Teure Lebensmittel, hohe Uni-Gebühren - das Leben in Beirut ist ihr zu teuer. "Im Augenblick hasse ich die Stadt", sagt die 22-Jährige.

Rawand treibt wie viele junge Libanesen eine Frage um:
Soll sie in Beirut bleiben oder das Land verlassen?

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"Die Lage in dieser Region wird immer schlechter", sagt Rabie Mustapha, 27, über den Libanon.
"Und Beirut wird da keine Ausnahme sein."
Für ihn ist klar: Er muss weg aus dem Libanon.

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Rida Hariri, 21, braucht sein Land. Er will Filme machen, vielleicht Bücher schreiben.  "Nur hier weiß ich, welche Probleme die Menschen haben. Und ich  liebe meine Sprache", sagt er.

Erst einmal aber will er weg aus Beirut.

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"Ich will meine Träume nicht außerhalb  des Libanon leben", sagt Ghofran Moustafa, 24.
Selbst wenn sie sich nicht sicher fühlt: Sie liebt ihre Stadt Beirut. Auch ständige Stromausfälle, wenig Wasser und geringe Gehälter schrecken sie nicht ab.

In ihrem Lieblingsviertel Hamra aber kann sie nicht wohnen.

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Zehn Taxi-Minuten von Hamra entfernt liegt Downtown Beirut. Auch hier gibt es alles - aber nur für Reiche.
Edelboutiquen, Shopping-Malls und Fünf-Sterne-Hotels bestimmen das Straßenbild. Doch zum Einkaufen und Übernachten kommen immer weniger Leute.

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Eigentlich sollte dieses Viertel boomen. Milliarden wurden im ehemaligen Zentrum der Stadt  investiert.
Noch immer entstehen moderne Bürogebäude und exklusive Appartment-Häuser, doch der Leerstand ist nicht mehr zu übersehen.
Nach dem anfänglichen Aufschwung  schreckt der Krieg im nur hundert Kilometer entfernten Syrien immer mehr Käufer und Touristen ab.

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Zwischen den Shopping-Malls und Nobelhotels finden sich immer noch zerschossene alte Häuser.
Es sind die Narben des Bürgerkriegs: Von 1975 bis 1990 bekämpften sich die Christen aus dem Osten und die Moslems aus dem Westen. 15 Jahre lang war Beirut eine geteilte Stadt.

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Mehr als 150.000 Menschen verloren zwischen 1975 und 1990 ihr Leben. Über 200.000 Menschen wurden verletzt, ein Drittel der libanesischen Bevölkerung verließ ihre Heimat.

40 Jahre nach dem Ausbruch des Bürgerkrieges ist die Angst nach Beirut zurückgekehrt. Zu nah ist der Krieg in Syrien.









Mehr über den Bürgerkrieg im Libanon lesen Sie hier

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Offener und liberaler ist die Gesellschaft im Libanon, weil so viele unterschiedliche Kulturen und Religionen aufeinander treffen, sagt Schriftsteller und Journalist Abbas Beydoun.

Doch als Nation präsentiert sich der Libanon nicht: "Wir haben nicht einmal den Wunsch oder die Absicht, zusammen zu leben", sagt Abbas. Ihm fehlt es an Identität.
 
Die Vielfalt der Religionen und zugleich ihre räumliche Trennung belegen auch ein Blick auf den Stadtplan.

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In den meisten Stadtvierteln Beiruts ist eine Konfession vorherrschend. Hamra ist die große Ausnahme.

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Abbas Beydoun, 70, libanesischer Schriftsteller und Journalist


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Immer mehr Libanesen wünschen sich, dass das politische System weniger von religiösen Interessen bestimmt wird.
So wird zum Beispiel eine Heirat zwischen einem Schiiten und einer Drusin nicht anerkannt. Es sei denn, die jeweilige Religionsführung gibt ihren Segen.

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Hassan, 31, und Rasha, 28,  haben sich zwar von einem Notar trauen lassen - offiziell ist die Ehe des Schiiten und der Drusin aber nicht. Nun kämpfen Sie darum, dass ihre zivilrechtlich geschlossene Ehe anerkannt wird.

Die beiden wollen nicht den Umweg gehen, den etwa 1000 andere libanesische Paare jedes Jahr wählen. Sie lassen sich außerhalb des Libanon trauen, zum Beispiel auf  Zypern, in Istanbul oder Paris.

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Immer mehr Libanesen gehen auf die Straße, um für die Ehe zwischen unterschiedlichen  Konfessionen  zu demonstrieren.
"Civil marriage, not civil war"  ist einer ihrer Slogans.

Der Justizminister befürwortet zwar die zivilrechtliche Ehe, der Innenminister hält sie jedoch für ausgeschlossen. Solange der Streit nicht entschieden ist, heißt das: Wollen Paare unterschiedlichen Glaubens heiraten,  dann muss einer der beiden Partner konvertieren.








Mehr über die Ehe im Libanon lesen Sie hier.

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Wenn geheiratet wird, darf die Dabke nicht fehlen. Der Tanz hat im Libanon eine lange Tradition. Die Musik dazu ist schnell und laut und bringt die Menschen zusammen. Niemand kann sich seiner Faszination entziehen.

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nach einem Aufenthalt in Beirut im April 2015

in Zusammenarbeit mit dem Goethe-Institut
und der Tageszeitung As-Safir, Beirut


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Autor:
Hans-Ulrich Brandt

Gestaltung und Umsetzung:
Klaas Mucke

Audio und Video:
Till Rahm und Christian Walter

Grafik:

Franz Berding

Sprecher:
Lisa Boekhoff
Paul Hellmich
Michael Lambek
Kira Pieper
Jörn Seidel

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Übersicht

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Kapitel 1 Brandt in Beirut

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Kapitel 2 Melting Pot Hamra

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Hamra melting pot
Kapitel 3 Wo ist das Meer?

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Kapitel 4 Gehen oder bleiben?

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Kapitel 5 Aufbruch und Krieg

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Libanon buergerkrieg
Kapitel 6 Fehlende Einheit

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Beirut klaas noch neuer

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Moschee kirche
Kapitel 7 Credits

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