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Über das Leben eines jugendlichen Straftäters






Eine Multimedia-Reportage
von Kathrin Aldenhoff und China Hopson

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Doch die schönen Tage sind erstmal vorbei. Samir hat Scheiße gebaut. So richtig. Nun sitzt er im Knast. 18 Jahre ist er alt, als ihm der Jugendrichter seinen Haftbefehl vorliest, als ihn Beamte in die JVA Bremen bringen, als er sein Urteil bekommt.

Zweieinhalb Jahre, ohne Bewährung.

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Samir ist einer von etwa 40 jungen Männern, die in Bremen im Jugendvollzug sitzen. 2015 wurden 59 Jugendliche und Heranwachsende unter 21 Jahren zu einer Jugendstrafe verurteilt. Bei 48 von ihnen wurde sie zur Bewährung ausgesetzt. Bei Samir nicht.

Wir haben ihn ein Jahr begleitet. Im Gefängnis und auf seinem Weg in die Freiheit, zurück in die Gesellschaft. 

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Die jungen Männer im Jugendvollzug haben die Chance, vorzeitig entlassen zu werden. Wenn sie sich drinnen an die Regeln halten. Und wenn ihnen Gefängnisleitung und Justiz zutrauen, das auch nach der Entlassung draußen zu tun.

Doch die Rückfallquote ist enorm. Drei von vier Jugendlichen, die eine Jugendstrafe bekommen haben, landen später noch einmal im Gefängnis.

Ist Samir der eine von vieren, der es draußen schafft? Oder ist er einer von den dreien, die wieder im Gefängnis landen?

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Samir heißt in Wirklichkeit anders. Er soll anonym bleiben, weil er wie alle jungen Erwachsenen sein Leben noch vor sich hat. Und weil er, wenn er wieder rauskommt, eine echte Chance auf einen Neubeginn haben soll.

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Es ist das erste Mal, dass er im Gefängnis sitzt. Die Welt dort ist dennoch nicht neu für ihn. Sein Vater und sein Bruder saßen auch schon. Und sein bester Freund sitzt seine Strafe ein paar Zellen weiter ab.

Seinen 19. Geburtstag feiert Samir im Knast, er kauft Erdbeerrolle für die Beamten und die anderen Insassen auf seiner Station.

Wenn es schlecht läuft, wird er auch seinen 20. Geburtstag dort feiern. Wenn es ganz schlecht läuft, auch den 21. Geburtstag.

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Die Klinke an der Tür hat einer aufgemalt, mit schwarzem Filzstift. Tür auf, Tür zu – das bestimmen hier andere.

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Samir ist in Bremen geboren, hat aber die libanesische Staatsbürgerschaft, so wie sein Vater. Seine Mutter ist Türkin. Seine Eltern arbeiten nicht, sie leben von Sozialleistungen. Samir hat sechs Geschwister, vier sind jünger als er. Für sie will er ein Vorbild sein.

Gar nicht so leicht, wenn man selbst im Gefängnis sitzt.

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Samir ist in Kattenturm aufgewachsen. Das ist einer der Ortsteile Bremens, die immer am falschen Ende der Statistik stehen. Bei der Wahlbeteiligung (zuletzt knapp 40 Prozent) unten, bei der Arbeitslosigkeit (18,4 Prozent) und beim Anteil der Hartz-IV-Empfänger (28,2 Prozent) oben.

Jeder zweite in Kattenturm hat einen Migrationshintergrund. Bremenweit ist es jeder dritte.
Das Armutsrisiko in Kattenturm ist höher als im Rest der Stadt, das durchschnittliche steuerpflichtige Einkommen niedriger.

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Freunde und Bekannte hätten ihm diese Taten nie zugetraut, sagt er.

Aber er hat es getan.

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Samir ist ein so genannter Intensivtäter. Das steht auf der Akte, die beim Jugendrichter liegt, und auf allen Papieren der JVA.

Wer in einem Jahr mehrere schwere Straftaten begeht, etwa Diebstahl, Körperverletzung oder Raub, den führt die Polizei Bremen als Intensivtäter. Nicht nur die Zahl der Straftaten zählt, sondern auch die Art der Taten und die kriminelle Energie dahinter. Und auch wer weniger Straftaten begangen hat, kann weiter als Intensivtäter geführt werden. Etwa dann, wenn Polizei und Staatsanwaltschaft damit rechnen, dass er wieder schwere Straftaten begehen wird.

Es kann also sein, dass Samir auch noch als Intensivtäter gilt, wenn er aus dem Gefängnis entlassen wird. Es kommt dann auf ihn an, ob er es bleibt.
Auf der Intensivtäterliste der Polizei Bremen stehen die Namen von 35 Jugendlichen und Heranwachsenden. Hinzu kommen etwa 30 kriminelle unbegleitete minderjährige Flüchtlinge.

Was auffällt: Die Hälfte der Intensivtäter hat einen türkischen oder libanesischen Migrationshintergrund. Sie kommen aus sozial benachteiligten Milieus, aus Problemvierteln. 

Es sind Jugendliche wie Samir.

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Ob einer Intensivtäter ist, ein Räuber oder ein Schläger, das ist Daniel Magel erst einmal egal. Der Sozialpädagoge trainiert vier Mal die Woche mit den Insassen des Jugendvollzugs.

Liegestütze, Sit-ups, Klimmzüge – die Jungs sollen sich anstrengen, Frust abbauen, ihre Körper spüren. Erfolgserlebnisse haben.

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Daniel Magel hat Samirs Alltag im Gefängnis verändert. Und vielleicht ja sogar mehr als das.

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Daniel Magel trainiert nicht nur mit den jungen Männern im Gefängnis. 2010 hat er das Projekt Hoodtraining gegründet. Mehrmals die Woche macht er mit Jugendlichen aus Problemvierteln Sit-ups, Liegestütze und Klimmzüge.

Die jungen Männer im Gefängnis erreicht Daniel Magel auch deshalb, weil er ihre Sprache spricht. Weil er wie sie in der Hiphop-Kultur zuhause ist.

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Samir ist einer von denen, für die manche schon viel früher härtere Strafen fordern.

Mit 14 Jahren hatte er zum ersten Mal mit der Staatsanwaltschaft zu tun.

Das Bild der glücklichen Familie hat er in seiner Zelle an die Wand gemalt.

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Vier Jahre lang brach er immer wieder das Gesetz: Sachbeschädigung, Bedrohung, Beleidigung, Diebstahl, gefährliche Körperverletzung, Beleidigung, Nötigung, Hausfriedensbruch.

Mal sah die Staatsanwaltschaft von einer Verfolgung ab. Mal stellte das Amtsgericht ein Verfahren ein, mal wurde Samir ermahnt, mal erteilte ihm ein Jugendrichter eine richterliche Weisung.

Eine richterliche Weisung ist zum Beispiel die Auflage, eine Ausbildungsstelle anzunehmen, an einem sozialen Training teilzunehmen oder eine Entziehungskur zu machen.

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Mit 16 wird Samir zum ersten Mal schuldig gesprochen.
Er muss zehn Tage lang gemeinnützige Arbeit leisten, an einem Täter-Opfer-Ausgleich teilnehmen und einen Erste-Hilfe-Kurs machen.

Ein halbes Jahr später: Gegen Samir läuft ein Verfahren wegen versuchter Anstiftung zur Körperverletzung. Es endet für den inzwischen 17-Jährigen mit Sozialstunden.

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Die Polizei führt für fast jede fünfte Straftat in Deutschland Jugendliche und Heranwachsende bis 21 Jahre als Tatverdächtige. Rund 171.000 jugendliche und 180.000 heranwachsende Tatverdächtige listet die Polizeiliche Kriminalstatistik 2015 für ganz Deutschland auf.

Für die Stadt Bremen zählte die Statistik rund 1800 jugendliche und rund 2200 heranwachsende Tatverdächtige. Damit liegt Bremen leicht über dem Bundesdurchschnitt.

Jugendgewalt ist vor allem ein Problem der Männer: Vier von fünf Tatverdächtigen zwischen 14 und 21 Jahren sind männlich.

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Nach dem letzten Gerichtsverfahren im März 2014 verhält Samir sich ruhig. Zur Schule geht er nicht mehr, er hat immer mal wieder einen Job, nie für lange.

Und dann passiert das, was er sich heute nicht mehr erklären kann. Das, was ihn in die acht Quadratmeter große Zelle brachte. 

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Er sagt, alles hat mit einem neuen Bekannten angefangen. Der war zwar jünger, hatte aber noch mehr Mist gebaut als Samir und seine Freunde. "Der hat schon Einbrüche gemacht, als ich noch Fahrräder geklaut hab", sagt er.

Samir sitzt aber nicht im Gefängnis, weil er in eine Wohnung oder in ein Geschäft eingebrochen ist. Er sitzt im Gefängnis, weil er vier Menschen mit einer Waffe bedroht und ihnen Geld geraubt hat.

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Der neue Freund erzählte so viel von Geld. Und davon, wie leicht es sei, ranzukommen. Wie man so einen Überfall macht. Dass nichts passieren kann.

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Die Beute seines ersten Überfalls: 2000 Euro. Die Mitarbeiterin der Spielothek packt sie in die Plastiktüte, die Samir dabei hat. Dann rennt er davon.

Das Geld ist schnell ausgegeben: Wofür, weiß Samir heute nicht mehr so genau. Für Klamotten, Partys, Essengehen mit Freunden.

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Was er noch weiß: dass es einfach war. Und dass der Überfall ihm einen Adrenalinkick gab.

Also macht er weiter. Nicht mal einen Monat später wartet er nachts in Kattenturm an der Bushaltestelle. Der Überfall dauert nur vier Sekunden. Um kurz vor Mitternacht zieht er eine Maske über sein Gesicht, läuft in den Bus, hält der Fahrerin die Waffe an den Kopf, die gibt ihm ihre Geldtasche, Samir rennt davon.

Fünf Tage später, eine andere Haltestelle, eine andere Buslinie, wieder nachts, wieder in Kattenturm: Samir überfällt den zweiten Bus. Wieder hält er der Fahrerin die Waffe an den Kopf und wieder fordert er die Geldtasche.

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Diesmal sind in der Tasche nur fünf Euro. Die Busfahrerin hat die Scheine rausgenommen, ohne dass Samir es gemerkt hat.

Samir ist wütend.

Einen Tag später überfällt er noch einmal die Spielothek. Er klingelt an der Tür, der Mitarbeiter lässt ihn rein, dann zieht er die Maske über und zieht seine Waffe. Er ruft: "Gib mir Geld, du Wichser." Der Mitarbeiter flieht durch die Tür. Samir geht zur Kasse und nimmt sich 500 Euro und ein Handy.

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Die vier Opfer, drei Frauen und ein Mann, berichten bei der Gerichtsverhandlung von Schlafstörungen und Angstzuständen. Sie hatten Angst, nachts das Haus zu verlassen.
Eine hat den Arbeitsplatz gewechselt, eine andere kann auch mehr als ein halbes Jahr nach der Tat noch nicht wieder arbeiten. 

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Dieses Mal kommt Samir nicht mit einer Weisung oder Sozialstunden davon.

Dieses Mal muss er ins Gefängnis.

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Zur Schule gehen, regelmäßig arbeiten, überhaupt: früh aufstehen, eine Tagesstruktur entwickeln – das sind Dinge, die Gesa Lürßen den jungen Männern im Gefängnis beibringen will.

Sie arbeitet seit 18 Jahren hinter Gittern, seit 2012 leitet sie den Jugendvollzug in der JVA Bremen.

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Samir soll im Gefängnis einen festen Tagesablauf lernen.
Er soll darüber nachdenken, wie er in Zukunft leben will.
Samir ging auf viele Schulen in der ganzen Stadt, einen Schulabschluss hat er trotzdem nicht. Nun soll er endlich seinen Hauptschulabschluss machen.

Aus dem Gefängnis heraus hat er sich bei der Erwachsenenschule um einen Schulplatz beworben – und ihn bekommen.

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Der erste Schultag im August ist gleichzeitig der erste Tag, an dem Samir alleine aus dem Gefängnis darf. Das erste Mal nach fast einem Jahr. Mit Bus und Straßenbahn fährt er zur Schule, der Beamte an der Tür sagt: "Passen Sie auf sich auf und seien Sie pünktlich."

Samir darf das Vertrauen, das sie in ihn gesetzt haben, nicht enttäuschen. Sonst darf er nicht weiter draußen zur Schule gehen.

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Sein erstes Ziel auf dem Weg zur Schule: der Kiosk an der Straßenbahnhaltestelle.

Er kauft: eine Dose Red Bull und eine Packung Marlboro.

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Samir hat sich einiges vorgenommen für die Zeit draußen.

Aber er wird nicht jeden seiner Vorsätze einhalten können.

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Zur Schule, sagt Samir, ist er immer gerne gegangen. Nur kam er ab der achten Klasse meistens zu spät zum Unterricht, und wenn er da war, machte er oft Ärger.

An seinem ersten Tag an der Erwachsenenschule ist er pünktlich. Und auch in den Monaten danach kommt er regelmäßig und pünktlich.

Doch das bleibt nicht lange so.





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Hendrik Bahrs ist einer, der die jungen Männer ins neue Leben, ins Leben nach dem Gefängnis begleitet. Er ist Sozialpädagoge. Gewalt ist alltäglicher Bestandteil seiner Arbeit. 



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Gespräche mit Hendrik Bahrs sind Pflicht für Samir, 20 Stunden sieht sein Vollzugsplan vor. Sie reden, manchmal spielen sie auch Playstation oder gehen spazieren.

Hendrik Bahrs will Samir zum Nachdenken bringen. Dazu, selbst zu entscheiden, was er mit seinem Leben tut. Er soll sich nicht fremdbestimmen lassen, kein Hampelmann sein, so nennt Hendrik Bahrs das.

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Wenn er könnte, sagt Samir, würde er sein Leben zurückdrehen. Bis zur Geburt.

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Hendrik Bahrs sagt, Gewalt hat immer eine Funktion, eine Bedeutung, auf gewisse Weise einen Sinn. Er sagt, der Satz "Gewalt ist keine Lösung" ist Unsinn. 

Gewalt ist sehr wohl eine Lösung, sagt Hendrik Bahrs. Eine massive Lösung. Mit enormen Nebenwirkungen für die Opfer. Und irgendwann auch für die Täter. 

Hendrik Bahrs will ihnen beibringen, ihre Probleme auf eine andere Weise zu lösen. Der erste Schritt dahin ist es, den Tätern wieder Mitgefühl beizubringen. 

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Sich von all seinen Freunden zu trennen, das kann Samir sich nicht vorstellen. Auch wenn er weiß, dass sie zusammen oft Mist bauen. Und er sich doch eigentlich vorgenommen hat, sein Leben zu ändern.

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Das Gericht hatte Samir zu zweieinhalb Jahren Gefängnis verurteilt. Doch nach einem Jahr und vier Monaten mit Hofgang, Sport und langen Nächten in der Zelle wird er vorzeitig entlassen. Das Gesetz sieht das bei Jugendlichen vor. Wenn sie sich gut benehmen und gute Perspektiven haben. Das klappt längst nicht bei allen.

Obwohl sie die Schwierigkeiten kennen, die draußen auf Samir warten, trauen Gefängnisleitung und Jugendrichter ihm zu, sie zu meistern.

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Damit er draußen bleiben darf, muss Samir weiter zur Schule gehen, er muss sich regelmäßig mit seiner Bewährungshelferin treffen und ein halbes Jahr lang zu einem sozialen Trainingskurs gehen. Und er soll weiter bei seinen Eltern wohnen.

Zwei Jahre dauert seine Bewährungszeit. In dieser Zeit darf er keine Scheiße bauen, keine schweren Straftaten begehen. Sonst muss er zurück ins Gefängnis und den Rest seiner Strafe absitzen.

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Mitte Dezember wird Samir entlassen. Er packt seine Sachen, gibt seine Matratze, sein Besteck und seinen JVA-Jogginganzug ab und verabschiedet sich von seinen Freunden.

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Einige wird Samir wiedersehen. Draußen, in ein paar Monaten, wenn die anderen auch entlassen sind. Oder drinnen, wenn Samir es nicht schafft.

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Zwei Monate nach seiner Entlassung läuft es schon nicht mehr so gut. Samir hat Probleme in der Schule.

Seit Samir nicht mehr im Gefängnis sitzt, komme er zu spät oder gar nicht zur Schule, sagt sein Klassenlehrer.

Ehrgeiz, den Hauptschulabschluss zu schaffen, sehe er bei ihm nicht mehr.



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Ja, sagt Samir, er komme manchmal zu spät zur Schule.
Alte Gewohnheiten, die kämen nun eben zurück.

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Es dauert nicht einmal drei Monate, bis Samir gegen die erste Bewährungsauflage verstößt: Er geht nicht mehr zur Schule. Er hat so oft gefehlt, dass sein Lehrer ihm nahegelegt hat, sich abzumelden. Samir hat sich jetzt einen Job gesucht.

Seine Bewährungshelferin will, dass er es mit Beginn des nächsten Schuljahres nochmal versucht. Sie glaubt, dass er es schaffen kann.

In Kürze wird ihn ein Jugendrichter anhören und entscheiden, wie er mit dem Verstoß gegen die Auflagen umgeht. Zurück ins Gefängnis muss Samir wohl erstmal nicht. Aber vielleicht für mehrere Tage in den Jugendarrest.



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Samir ist wieder draußen.
Aber die große Herausforderung kommt erst noch.

Das Gefängnis war nicht das Schwierigste. Viel schwieriger wird es sein, aus all dem anderen, was ihn gefangen hält, auszubrechen. Aus den alten Gewohnheiten, aus einem Teil seines Freundeskreises, aus dem alten Leben.

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Jetzt wo er wieder draußen ist, will Samir sich um seine Geschwister kümmern.

Er macht sich Sorgen um seinen kleinen Bruder. Der ist zwölf Jahre alt. Und fängt an, Mitschüler zu verprügeln.

Genau wie er damals.

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Eine Multimedia-Reportage des WESER-KURIER

Autorin:
Kathrin Aldenhoff

Fotos und Videos:
China Hopson

Sprecher Samir (Originalzitate):
Patrick Kuhn

Redaktion:
Klaas Mucke

Technische Unterstützung:
Till Rahm
Christian Walter

veröffentlicht am 4. März 2017

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Kapitel 4 Die Taten, die ins Gefängnis führten

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Kapitel 5 Die Chefin im Knast

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