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Retter im Mittelmeer

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Es ist etwa 4.30 Uhr in der Nacht, als jemand gegen die Kabinentür hämmert. Auf dem Flüchtlingsrettungsschiff "Aquarius" ist ein Notruf von der Leitstelle in Rom eingangen. Ein Schlauchboot mit 128 Menschen wartet vor der libyschen Küste auf Hilfe. Um sie herum nur Wasser und völlige Dunkelheit. Jetzt muss alles ganz schnell gehen.

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Die Helfer von der Hilfsinitiative SOS Mediterranee und von Ärzte ohne Grenzen, die den Einsatz auf der "Aquarius" zusammen leiten, müssen nun so schnell wie möglich alles Nötige für den Einsatz vorbereiten: Die Schwimmwesten bereitlegen, das Deck mit rutschfesten Matten auslegen und die vielen Notfall-Beutel verstauen. Jeder Gerettete bekommt davon einen und findet darin frische Kleidung, etwas zu Essen und zu Trinken und eine Decke gegen die Kälte.  Und dann geht es auch schon los.

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Zwei kleine Rettungsboote dienen der Crew für ihren Einsatz. Das erste Boot ist dafür da, um die Menschen in dem Schlauchboot zu beruhigen und ihnen in mehreren Sprachen mitzuteilen, dass sie gleich gerettet werden. Das Wichtigste dabei ist Ruhe auszustrahlen, damit keine Massenpanik ausbricht. Wenn die Lage unter Kontrolle ist, fährt das zweite Boot heran und beginnt mit der Rettung.

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Den Menschen in diesem Schlauchboot geht es relativ gut. Sie sind gegen Mitternacht von der libyschen Küste aus aufgebrochen und deshalb noch nicht so lange auf dem Meer unterwegs. Trotzdem haben einige von ihnen schon Verbrennungen von dem ätzenden Gemisch aus Benzin und Salzwasser, das sich am Boden des Schlauchbootes gesammelt hat. Bis alle 128 Menschen gerettet sind, vergeht einige Zeit, denn in das Rettungsboot der "Aquarius" passen immer nur etwa 20 Menschen.

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Hohe Wellen

Die Fahrt hin zur "Aquarius" ist eine wackelige Angelegenheit, denn die Wellen schlagen hoch an diesem Tag. An Bord angekommen, werden die Geretteten versorgt und bekommen warme Kleidung und etwas zu Essen. Die meisten von ihnen danken den Helfern und Gott, dass sie die Überfahrt überlebt haben.

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Freudentänze

Besonders emotional wird es für die Helfer an Bord, wenn die Geretteten zu tanzen und zu singen beginnen und Europa dafür danken, sie aufzunehmen. Doch nicht alle schaffen es, sich so zu freuen. Andere hängen auch ihren Gedanken nach...

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...so wie Faisal. Er kann es noch immer nicht glauben, dass er die Überfahrt gemeistert hat. Der 17-Jährige hat eine schwere Infektion in seiner Hand und im rechten Bein. Er kann kaum laufen oder greifen. "Ich wollte nicht in das Boot steigen", sagt er. "Doch die Schlepper haben mich gezwungen. Ich dachte, dass ich sterbe."

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Faisal ist den ganzen Weg aus Ghana nach Libyen geflohen, weil er von einer besseren Zukunft in Europa träumt - am liebsten als Lkw-Fahrer in Deutschland, erzählt er. In Ghana hätte ihn sein Chef schlecht behandelt. Er wurde nicht bezahlt und häufig geschlagen.

Während Faisal das erzählt, blickt er auf die Hochhäuser, die er am Horizont erkennen kann. Welche italienische Stadt das sei, fragt er. Er will nicht glauben, dass es noch immer Libyens Hauptstadt Tripolis ist. Die Schlepper hätten doch gesagt, dass die Überfahrt nach Italien nur vier Stunden dauere. Doch die Realität sieht anders aus.

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Gedanken der Helfer

Nicht immer laufen die Rettungen so glatt, wie bei diesem Mal. Oft gibt es Tote und Verletze. Für die Helfer an Bord ist das nicht immer einfach. Christina Schmidt von SOS Mediterranee fährt schon zum fünften Mal auf der "Aquarius" mit. Zeit, einige Dinge zu reflektieren.

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Die "Aquarius" ist aktuell das einzige zivile Rettungschiff im zentralen Mittelmeer, das auch den Winter über dort bleibt. Bis Dezember haben SOS Mediterranee und Ärzte ohne Grenzen seit dem Start der Mission im Februar etwa 10 000 Menschen an Bord genommen.

Die Zahl der von Libyen nach Europa kommenden Flüchtlinge ist nach derzeitigen Beobachtungen nicht rückläufig. Dieses Jahr sind nach Schätzungen des UNHCR insgesamt knapp 5000 Menschen bei der Überquerung des Mittelmeers umgekommen – so viele wie nie zuvor.

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Diese Multimedia-Reportage ist Teil eines großen Dossiers, das an Heiligabend im WESER-KURIER erscheint. Dafür ist Redakteurin Kristin Hermann zwei Wochen lang auf der "Aquarius"mitgefahren, um sich selbst ein Bild von der Situation im Mittelmeer zu machen.


Videos: Kristin Hermann

Fotos: Susanne Friedel / SOS Mediterranee, Fabian Mondl und Kristin Hermann

Technische Unterstützung: Christian Walter, Till Rahm

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Übersicht

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Kapitel 1 Der Notruf

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Kapitel 2 Die Rettung

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Kapitel 3 An Deck

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Aquarius fabianmondl 9
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