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Los geht's

Zukunft auf Griechisch

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Evia - Leben auf einer Insel ohne Touristen







Eine Multimedia-Reportage von
Kathrin Aldenhoff und China Hopson
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Eine Insel - vier Orte.
Auf Evia machen wir uns auf die Suche nach der Hoffnung. Nach einer Zukunft jenseits der Krise.
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Meist sind es Rentner, die vom griechischen Festland mit der Fähre nach Evia kommen.

Ihr Ziel: die heißen Quellen von Ädipsos im Norden der Insel. 
Außer ihnen kommen so gut wie keine Touristen.
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Auf der Insel Evia gibt es Bars und Fischrestaurants. Aber wer einen Roller mieten will, muss lange suchen.

Die Einheimischen haben das Meer für sich.
Der Nachteil: Auf das Geld von Touristen kann sich hier keiner verlassen.
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Deshalb müssen sich die Menschen auf der Insel etwas einfallen lassen.
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Free & Real

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Nur acht Kilometer vom Rentnerparadies entfernt, bauen Apostolos und seine Jünger an der Gesellschaft der Zukunft.

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Das ist Apostolos Sianos.
Der 35-Jährige ist einer der Gründer des Projekts Free & Real.
Gemeinsam mit einer kleinen Gruppe Männer und Frauen will er die erste Ökocommunity Griechenlands aufbauen. 
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Das Grundstück auf Evia bekam die Gruppe von Apostolos' Großmutter. Als sie es das erste Mal betraten, war das Dornengestrüpp so hoch, dass sie die Olivenbäume kaum sahen.

Drei Monate haben sie gebraucht, bis das Grundstück frei von Dornen war. Nun sieht man auch die 200 Jahre alten Olivenbäume wieder.
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Für die Nachbarn sind sie die Ökos vom Ende des Dorfes. Trotzdem halfen ihnen am Anfang viele, ohne genau zu wissen, was Apostolos mit Nachhaltigkeit und Selbstversorgung eigentlich meint.

Und nach und nach fangen die Leute von der Insel an, sich für das Projekt zu interessieren, es zu unterstützen. Für Apostolos und die anderen ist das ein Zeichen dafür, dass ihre Arbeit wirkt.
 
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Manthos Teriakidis ist seit zwei Jahren Teil des Projekts.
Sein Leben als Hochschuldozent in Athen machte ihn nicht glücklich.
Auf der Suche nach einem anderen Weg kam er auf die Insel Evia und lernte dort Apostolos kennen. 

Der Lieblingsort des 28-Jährigen? Dort, wo es am ruhigsten ist.
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Mitten in der Krise hat er seinen gut bezahlten, sicheren Job als Hochschuldozent gekündigt, um hier, im Norden von Evia, mitzuhelfen, die Gesellschaft der Zukunft aufzubauen.
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Das Projekt auf der Insel ist ein Hoffnungsschimmer für viele. Besucher aus aller Welt kommen zu Manthos, Apostolos und den anderen.

Einige bleiben.
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Septem

Auch Sofoklis Panagiotou hat Evia ganz bewusst für sein Projekt gewählt. Aber nicht, weil er die Abgeschiedenheit sucht. 
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Sofoklis Panagiotou und sein Bruder Georgios brauen Bier, Luxusbier.

Es wird von Evia aus in acht Länder exportiert, jede fünfte Flasche verkaufen die beiden Brüder ins Ausland. In den vergangenen fünf Jahren haben sie 22 internationale Auszeichnungen erhalten.

Es ist eine Erfolgsgeschichte, die noch beeindruckender wird, wenn man ein kleines Detail erfährt.

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Sofoklis und Georgios Panagiotou haben ihr erstes Bier im Jahr 2009 gebraut. Wenige Monate später begann die Welt, über eine griechische Staatspleite zu spekulieren.
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Sofoklis Panagiotou hat Evia als Standort gewählt, weil er seine Heimat unterstützen will.

Alle acht Mitarbeiter der Mikrobrauerei kommen aus seinem Heimatdorf.
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Übrigens: Septem heißt auf Lateinisch Sieben. Die Marke heißt so, weil die beiden Brüder für jeden Tag ein Bier brauen wollen. Dienstag und Mittwoch sind noch frei, dafür gibt es für einen achten Tag schon ein Bier: Das schmeckt nach Mandarinen, Litschi, Mango und Pfirsich.
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Die beiden Brüder haben sich etwas getraut.
Und wurden dafür belohnt.

Bei Septem haben sie im vergangenen Jahr eine weitere Halle angebaut und damit ihre Produktion beinahe verdreifacht.
Das Unternehmen ist schuldenfrei.
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Die Flaschenfüllanlage ist 17 Meter lang. Drei Minuten braucht eine Flasche, bis sie voll Septem-Bier, verkorkt und etikettiert ist, mit einem prüfenden Blick bedacht und mit 19 anderen Flaschen in einen Karton gepackt wurde.

Rund 15 000 Flaschen Bier produzieren sie hier jeden Tag.

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In den kommenden drei Jahren wollen die beiden Brüder die Exportquote auf 50 Prozent steigern.

Und das alles von Evia aus.
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Gemüsemann

Apostolos Pragias ist Gemüsehändler aus Leidenschaft.
Vor allem wegen der Leidenschaft seiner Frau.




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Apostolos Pragias hat 20 Jahre lang in Deutschland gelebt, er wäre auch gerne dort geblieben. Aber seine deutsche Frau wollte in Griechenland leben.

Vor fünf Jahren sind sie nach Evia gezogen, in sein Heimatdorf. Und seit zwei Jahren hat der 42-Jährige ein Gemüsegeschäft an der Straße zum Hafen von Kimi.
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Fast alles Gemüse und Obst, das er verkauft, baut er selbst an. Das meiste in Bioqualität.


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Die Seife aus Olivenöl, die er verkauft, macht seine Frau.
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Apostolos Pragias würde sich freuen, wenn mehr Touristen nach Evia kämen. Er sagt: Im Februar kann er sich mit einem Stuhl auf die Hauptstaße setzen und dort den ganzen Tag sitzen bleiben - es kommt keiner vorbei.
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Dann, wenn der Wind weht, die Temperaturen bei nur 12 Grad liegen und auf Evia keiner vor die Tür geht, verkauft er sein Gemüse auf dem Großmarkt in Athen.
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Im Verkauf unterstützt ihn seine Mutter. Das Geschäft läuft gut, die Leute aus der Gegend kaufen gerne bei den beiden ein.
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Seit neuestem sogar Milchshakes, Frozen Yoghurt und Smoothies.
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"Wer hätte gedacht, dass die Leute hier im Dorf grüne Smoothies trinken?", sagt Apostolos Pragias und lacht.

Er hat es einfach ausprobiert.

Und sie tun es. Mit Begeisterung.
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Niko und die Kfz-Mechaniker



Niko Kasomoulis und sein Vater Jannis sind Kfz-Mechaniker in dem kleinen Ort Oxilithos auf dem Berg Oxilithos.
Ihr Weg durch die Krise zu kommen?

Fleiß.
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Seit er zwölf Jahre alt ist, arbeitet Niko Kasomoulis in der Werkstatt seines Vaters. Zwischendurch war er mal zehn Jahre auf Zypern, zum Militärdienst und zum Arbeiten. Auch seine Frau hat er dort kennengelernt. 

Seit acht Jahren ist er wieder auf der Insel Evia.
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Nun arbeiten sein Vater und er wieder gemeinsam.
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Niko Kasomoulis ist heute 35 Jahre alt. Und sein vier Jahre alter Sohn Konstandinos springt auch schon in der Werkstatt herum. Sie ist Treffpunkt für die ganze Familie. 
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Niko Kasomoulis meint: Die Arbeitgeber in Griechenland verlangen einen Haufen Zeugnisse und Abschlüsse. Sie zahlen aber nur 500 Euro Gehalt im Monat. Deshalb gehen viele, die etwas können, ins Ausland.
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Es funktioniert auf der Insel auch ohne Touristen. Und sollten sich irgendwann doch Urlauber hierher verirren, treffen sie ganz sicher auf Menschen, die sich in der Krise etwas getraut haben.
Und die es nicht bereut haben. 
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Eine Multimedia-Reportage des WESER-KURIER

Redaktion:
Kathrin Aldenhoff

Bilder:
China Hopson

Technische Unterstützung:
Christian Walter

Animation:
Peter Siekmann
Mario Ellert

Sprecher:
Kathrin Aldenhoff
Hans-Ulrich Brandt
Nikolai Fritzsche
Klaas Mucke
Jan Oppel
Kira Pieper
Arno Schupp

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